#1: Der Anfang von allem...

Shownotes

Unsere Quellen zur aktuellen Folge:

_Held, Klaus (Hrsg.) (2014). Edmund Husserl. Die phänomenologische Methode. Ausgewählte Texte I. Stuttgart: Reclam. ISBN: 978-3-15-008084-9

Minkin, Daniel (2024). Theoretische Philosophie I: Methodologie, Ontologie und Sprachphilosophie. Stuttgart: utb GmbH. ISBN 978-3-8252-6236-5

Schulte, Joachim (Hrsg.) (2022). Ludwig Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen. (11. Auflage). Frankfurt a. M.: Suhrkamp Verlag. ISBN 978-3-518-22372-7

Wehrle, Maren (2022). Phänomenologie: Eine Einführung. Berlin: J.B. Metzler Verlag. ISBN 978-3-476-05777-8 ISBN https://doi.org/10.1007/978-3-476-05778-5

Gert Scobel- Philosophie als Therapie: Der Ausweg aus dem Fliegenglas_ https://youtu.be/QjdQheGnq5Y?si=atsc6bqYbR7ax_l_

** Kontakt:** rettungsphilosophen@mail.de

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00:00:00: Hallo, herzlich willkommen bei den Rettungsphilosofen.

00:00:03: In der heutigen Folge unterhalten wir uns über Phänomene und klären was Fliegen in einem Glas damit zu tun haben.

00:00:11: Doch zuvor eine kleine Bitte!

00:00:14: Teilt doch eure Gedanken oder auch eure eigenen Fragen zu unseren Themen mit uns in den Kommentaren Oder schreibt uns eine E-Mail unter rettungsfilosofenen at mail.de.

00:00:28: Wir freuen uns über eure Kommentare.

00:00:31: Und nun viel Spaß beim Zuhören und Mitdenken!

00:00:49: Hallo Sascha!

00:00:51: Hallo Christian, schön dich zu sehen wobei wir uns heute nicht live gegenüber sitzen sondern virtuell miteinander verbunden sind.

00:00:59: Ja genau ja.

00:01:01: aufgrund der der ich glaube der vollen Kalender ist das eine Heute für heute mal logische Konsequenz.

00:01:08: Mal gucken wie wir es in Zukunft hin bekommen.

00:01:11: Wie geht's dir?

00:01:12: Mir geht's gut.

00:01:13: Ich bin vor allen Dingen sehr begeistert von der Resonanz, die wir auf unseren Podcast schon bekommen haben.

00:01:18: Oh ja... Dabei haben wir noch gar nicht so richtig losgelegt!

00:01:22: Wir hatten ja nur so eine... Eigentlich war es tatsächlich ein Technik-Check, ne?

00:01:27: So, wir wollten mal ausprobieren wie das funktioniert und haben losgeplaudert.

00:01:31: Und ja, haben aber damit schon viele Menschen erreicht.

00:01:33: Das ist großartig.

00:01:35: Ja, wir haben tolles Feedback bekommen für die Naja, eigentlich nullte Folge.

00:01:39: Heute ist ja eigentlich S-Folge eins oder schon Folge Eins erst.

00:01:42: Schön!

00:01:43: Tolles Feedback bekommen.

00:01:44: dafür Danke nach draußen.

00:01:47: Ja das ist super.

00:01:48: also da freuen wir uns natürlich sehr drüber und wir hoffen dass es natürlich auch genauso weiter geht und sind natürlich sehr gespannt wie auch unsere heutige Folge ankommt.

00:01:57: Wir wollen ja heute ein bisschen inhaltlich miteinander sprechen Und haben es in unserer Folge Null ja schon so ein bisschen angerissen und angeteasert?

00:02:06: Das soll ja heute in unserer folge um Phänomene gehen.

00:02:10: Und um Begriffe, das eine hängt sehr eng mit dem anderen zusammen.

00:02:14: Das müssen wir vielleicht gleich mal erklären.

00:02:16: Wie sind wir dann auf dieses Thema gekommen?

00:02:18: Vielleicht kannst du das kurz mal unseren Zuhörerinnen und Zuhöhrern ein bisschen nahe bringen.

00:02:23: Warum wollen wir uns heute über Phänomenen unterhalten miteinander?

00:02:27: Na ja, Phänome sind der Anfang von allem... Erst mal aus der wissenschaftlichen Perspektive entsteht ja ein Forschungsbedarf.

00:02:39: Eine Forschungsfrage entsteht hier aus einem Phänomen, ich nehme etwas wahr und möchte mehr dazu wissen.

00:02:46: Und auch aus dem philosophischen Aspekt ist das ja ein ähnlicher Grund dass wir in der Philosophie einen Phänomene sehen und stellen uns die Frage dazu was ist das überhaupt oder worum geht es da?

00:03:00: und kommen darüber in den philosophischen Diskurs.

00:03:04: Genau, und vielleicht sogar noch nicht mal was ist es eigentlich sondern vielleicht auch ein Stück weit was macht das mit uns?

00:03:09: Also... Es geht sehr viel um Wahrnehmung und ich glaube ohne dass wir jetzt zu tief in die Philosophie einsteigen müssen oder in die Theorien einsteigend die dahinter liegen es geht so ein bisschen auf Hussalt zurück und Heidegger hat das ein Stück weiter auch noch ausgearbeitet kann man glaub' ich sagen danach, ob die Welt wie sie sich uns zeigt, wie wir sie wahrnehmen.

00:03:34: Ob die überhaupt irgendwie für alle gleichsicht darstellt und ob die Für alle gleich bestimmbar ist.

00:03:42: also es gibt ja so einen ganz markanten Satz von Husserl der gesagt hat Wir müssten eigentlich zu den Sachen selbst kommen.

00:03:52: das ist ganz zentral glaube ich auch gerade für Phänomene im Rettungsdienst weil dass ja Ereignisse sind, wenn man so will die aus der äußeren Welt auf uns einströmen und die wir dann stückweit versuchen mit unserer inneren Welt in Einklang zu bringen oder Ja, auf die wir irgendwie emotional oder kognitiv reagieren.

00:04:13: Da gibt es glaube ich ganz viele Situationen im Rettungsdienst Einsatzsituationen Eregnisse Die etwas mit uns machen, die wir wahrnehmen können Und das ist ja dem Kern nach Ein Phänomen.

00:04:27: Etwas, was sich uns zeigt und was wir erstmal versuchen müssen richtig zu beschreiben und zu bestimmen und zu erklären bevor wird dieses Phänomene dann so greifen können dass wir das irgendwie umsetzen in ja vielleicht irgendwie eine konkrete Handlung oder sowas

00:04:44: mehr genau und gerade auf rettungsliedliche Situation du sagst es gerade Einsatzsituationen.

00:04:50: auch bezogen finde ich die mehr Dimensionalität Also nicht nur die Wahrnehmung, aber auch daraus zu ergründen.

00:05:00: Und vielleicht fehlen mir auch hier und da mal Worte und Begriffe dafür – das ist ja auch Thema von heute – dass wir dem Ganzen eine Bedeutung zu messen können oder einen zeitlichen Verlauf.

00:05:14: Denn man ist ja ganz oft bei Phänomenen oder auch bei Begrifflichkeiten.

00:05:20: Das hatten wir glaube ich in Folge Null.

00:05:21: Das ist ein Tisch, das ist ein Stuhl So, weil wir eine Bedeutung dazu haben.

00:05:28: Aber was ist jetzt eigentlich wenn auch ne zeitliche Dimension dazukommt?

00:05:32: Wie lange isst das denn ein Tisch?

00:05:34: Das finde ich für Begriffe immer bisschen abstrakt aber es find' ich für begriff im Rettungsdienst.

00:05:41: Finde ich dass gar nicht so verkehrt mich zu unterhalten darüber... ...das ist jetzt ein Phänomen.. Was für einen Phänomene nehmen wir als Beispiel?

00:05:51: sterben?

00:05:52: Als

00:05:53: dener sich wahrnehme dem eine Bedeutung zu geben, aber auch zu verstehen wie der zeitliche Verlauf dazu sein soll.

00:06:02: Oder Wie war es gerade?

00:06:04: Wie ist es jetzt?

00:06:05: Wie wird das gleich sein?

00:06:06: Weißt du, ob ich genau so will?

00:06:08: Ja ja, es hat verschiedene Dimensionen.

00:06:11: Genau!

00:06:11: Auch viel mit Wahrnehmen und vor allen Dingen auch mit dem Abgleich mit Erfahrungen zu tun.

00:06:15: Und ich glaube dass bei Phänomen ja das grundsätzlich Interessante und Spannende, dass solche Situationen sind oder solche Begebenheiten, die wir eigentlich in der Regel erst dann wahrnehmen.

00:06:28: So richtig wenn sie in uns etwas auslösen und ganz häufig Irritationen und die können natürlich so einen zeitlichen Verlauf haben wie du es gerade beschrieben hast.

00:06:36: Deswegen ich glaube ein klassisches Beispiel aus dem Rettungsdienst was vielleicht ich lehne mich jetzt ein bisschen aus dem Fenster vielleicht gar kein echtes Phänomen ist eine Reanimation wo wir nach unseren Standards arbeiten was wir gut beherrschen können, was wir auch relativ schnell lernen können.

00:06:52: Ich glaube Phänomene sind eher solche Situationen die drum herum wahrgenommen werden.

00:06:58: also wenn wir bei so einem Thema bleiben sterben Umgang mit Tod dann ist die Reanimation das was uns am ehesten vielleicht als Situation einfällt.

00:07:07: aber das Phänomen ist eigentlich der umgang mit Trauer zum Beispiel oder ein Verständnis davon wie ich in so einer Situation dann auch mit den Angehörigen richtig umgeht.

00:07:18: Das sind eigentlich Phänomen, die lösen so Irritationen aus... Ja, die regen uns zum Nachdenken auch ein bisschen an und sind nicht so richtig gut greifbar!

00:07:28: Ich glaube sie werden auch oft mit gewissen Überforderungen gleichgesetzt.

00:07:33: aber die Frage ist ja wenn ich eine Überforderung spüre?

00:07:38: Ist das weil vielleicht einfach mal ein Filter Wahrnehmung und Erfahrung nicht funktioniert oder noch nicht funktioniert wäre besser Weil sobald ich die Erfahrung gemacht habe, speichert mein Gehirn dir ab.

00:07:50: Und wenn die Wahrnehmung wieder kommt wird die Erfahrung abgerufen.

00:07:54: und deswegen für den Zeitlichen Verlauf her auch so wichtig dass ich für mich sagen kann Die Situation hat auch ein Ende Das wissen wir im Rettungsdienst ja ganz deutlich nämlich dann Wenn ich jemanden im Krankenhaus übergeben habe oder Ich auch eine Einzelstelle verlassen darf ist die Situation zu Ende.

00:08:11: Also die Frage is ja ob wir im Rettungsdienst dauerhafte Phänomene haben oder, ob uns die Zeit da nicht sogar die Phänome besonders erscheinen lässt.

00:08:24: Ja ja weil ich glaube dass die interessantesten Phänomenen immer diese sind wo unser Regelgüsten auch gar nicht so richtig weiter hilft also wo wir vielleicht ein Stück weit an unsere Grenzen stoßen und Wir uns erstmal die Situation oder das Phänomen, um dass es da eigentlich geht erst mal irgendwie ins Bewusstsein holen müssen.

00:08:45: Also das ist so ein aktiver Prozess, ne?

00:08:49: So einen Interpretationsprozess eigentlich und eben wahnsinnig vielschichtig!

00:08:55: Ich komme jetzt mal ganz kurz auf den Brief Komfortzone.

00:08:58: Das kommt ja auch gerade wenn wir merken, wir können uns nicht in die Komfortzone zurückziehen Dass wir uns dann tatsächlich intensiv damit beschäftigen müssen.

00:09:07: Ja oder Wir müssen das, die Frage ist ob wir es immer so tun.

00:09:11: Ich glaube dass da auch ein bisschen eine Schwierigkeit drin liegt bestimmte Situationen weil wir sie eben erst mal nicht richtig verstehen können Weil wenn Sie erstmal vielleicht als Phänomene nicht richtig wahrnehmen und durchdringen Das wird hier auch ganz gerne Mal bei Seite schieben Und uns damit so'n bisschen behelfend zu sagen Wir hatten beim letzten mal unserer Folge Null schon über soziale Indikation Bagatell-Einsätze besprochen, dass das solche Situationen sind die irgendwie sich so darstellen, dass unser ganzes Notfallmedizinisches Wissen uns da nicht wirklich weiter hilft.

00:09:51: Und wir das nicht gut greifen können.

00:09:53: und deswegen sind die Phänomenologisch eigentlich hoch interessant weil sie irritieren uns.

00:09:58: also ich glaube dass der Dreh-und Angelpunkt bei Phänomänen im Rettungsdienst die Irritation ist die eine zeitliche Dimension hat, wie du es eben beschrieben hast, die aber auch vor allen Dingen bearbeitet werden muss.

00:10:12: Also ich glaube dass viele Phänomene, die sich aus dem Unmittelbaren Erleben einer Situation ergeben unbearbeitet zu Irritationen führen und dann noch ein Stück weit Frustrationen auslösen können.

00:10:27: weiß nicht wie du das siehst, aber ich glaube gerade solche Phänome wie gehe ich denn zum Beispiel mit den Angehörigen nach einer erfolglosen Reanimation um.

00:10:37: Das ist ja so ein klassisches Phänomen, also aus der Erlebniswelt.

00:10:40: ich erlebe mich da irgendwie vielleicht auch als nicht selbst wirksam weil mir das Regelwissen fehlt dass solche Phänomene ganz schwierig zu greifen sind für einen selbst.

00:10:53: sie haben eine zeitliche Dimension Sie haben aber noch andere Ebenen und dass sich dann vielleicht das Gefühl der Machtlosigkeit entwickelt der Hilflosigkeit Und das dann ganz schnell natürlich auch so auf der Begriffebene, dass sich wieder niederschlägt in sowas wie... naja ich lehne das eigentlich ab.

00:11:14: Das ist nichts für den Rettungsdienst.

00:11:15: Hatten wir schon darüber gesprochen.

00:11:18: Wenn man da hinguckt sind ganz viele solche Phänomene die hinter solchen Denkmustern liegen, die eigentlich spannenden Phänomenen des Rettungsthins sind.

00:11:28: Ja genau!

00:11:30: Die Frage ist ja auch, die ich mir dabei stelle mit den Faktoren, die wir vielleicht brauchen.

00:11:36: Die Bedeutung von etwas.

00:11:37: Also nicht die begriffliche Bedeitung sondern eine psychologische Bedeutation

00:11:43: da sich

00:11:44: erkenne das etwas... sich etwas anbahnt wie zum Beispiel die Betreuung eines Angehörigen nach der Renimation oder das eigene Empfinden von Trauer und von Tod darüber auch eine Bedealtung zu haben dazu brauche ich ja auch erstmal eine Erfahrung ne?

00:12:01: Ich muss ja Erst mal quasi in den Feldversuch gehen und dann im Labor versuchen das zu reflektieren.

00:12:08: Um eine Bedeutung dazu zu bekommen, solange ich keine Bedeitung habe ist die Frage ob ich einen Begriff dazu habe.

00:12:13: Da haben wir ja eben im Vorfeld auch zu dieser Folge gesprochen Wittgensteins Fliegenglas, indem sich für die Hörer, die es nicht kennen, Wittkenstein hat ja den Satz geprägt Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt Und es gibt Fliegengläser.

00:12:33: Da kann man fliegen drin fangen und der Sinn ist, dass die Fliege in dieses Glas fliegt und nicht mehr rauskommt.

00:12:39: Wittgenstein hat dazu ein schönes Gleichnis aufgestellt,

00:12:42: das

00:12:42: wir diese Fliegen in diesem Glas sind und der Glaskolben, indem er diese Falle darstellt unsere Sprache und unsere Begriffe sind.

00:12:52: Wir stoßen immer wieder an diese Grenze.

00:12:54: Wir kommen quasi aus diesem Glaskohlben nicht mehr heraus weil sobald wir uns einem Problem nähern, werden wir immer in eine ähnliche oder gleiche Begrifflichkeit zurückfallen.

00:13:05: Und im Endeffekt müssten wir – und da ist Philosophie wieder drin oder auch Wissenschaft – der Fliege den Weg heraus zeigen und ihr zeigen wo dieses Loch in dem Glaskolben ist damit wir als Menschen wieder dahin zurückzukommen unsere Begrifflichkeiten und unsere Sprache erweitern können um Bedeutungen etwas zuzumessen.

00:13:29: Ich hoffe, das war zu kompliziert.

00:13:32: Aber wenn ich mit Tod nicht konfrontiert bin ist die Frage ob ich überhaupt eine Bedeitung dazu habe und dazu auch eigene Begriffe habe außerhalb von Tod?

00:13:43: Ich muss ja für mich eine Bedingung zum Thema Tod- und Sterben finden damit ich auch ein eigenes ethisches Verhalten oder eine eigene Moralität entwickeln kann.

00:13:51: Ja, und genau da spielen die Phänomene eben die zentrale Rolle.

00:13:55: Phänome eben solche sind, die eine Bedeutung haben oder eine Beteutung müssen, denen wir vielleicht aber auch eine Betteutung geben müssen.

00:14:04: Wir fallen ja auch in der eigenen Bedeutetung, dass du eine Besteutung und ich eine eigene Bedeuterung habe damit ich von mir aus einen eigenen Weg in den Umgang finden kann mit etwas.

00:14:15: Ich meine das.

00:14:16: Jetzt nehme ich doch wieder diesen Begriff.

00:14:18: Ich glaube, den können wir in diesem gesamten Brotkast nicht wirklich vermeiden.

00:14:21: aber gerade diese Bagatell-Einsätze die halten wir ja als Situationen für bedeutungslos und deswegen nennen wir das eine Bagatelle Und schließen diese Situation eigentlich kategorisch aus.

00:14:34: und wenn man jetzt phänomenologisch argumentiert und dass so ein bisschen übersetzt Husserl hat gesagt die Welt ist Für uns das was sie uns bedeutet dann heißt es für den Rettungsdienst In der Deutungshoheit des Rettungsdienstes, naja, der Rettungsschicht ist das was er für uns bedeutet.

00:14:50: Und das ist glaube ich das Problem auch dass wir damit die eigentlichen Phänomene im Rettumsdienst übersehen.

00:14:56: Sie sind für uns nicht sichtbar sie haben für uns auf den ersten Blick keine Bedeutung.

00:15:01: Wir nehmen sie wahr und können sich nicht richtig einordnen und interpretieren.

00:15:06: Das macht etwas mit uns also es macht uns unsicher.

00:15:09: Ich habe eben schon gesagt das irritiert uns.

00:15:12: Jetzt bist du ja auch Pädagoge und weißt, dass Irritationen eigentlich super sind um Lernprozesse anzustoßen.

00:15:19: Also wir arbeiten in der Pädagogik gerne mit Irritations.

00:15:23: Aber ich glaube das ist ein Verständnis für das eigene Handeln nur dann gut entstehen kann wenn man sich mit den Phänomen beschäftigt und sie als bedeutungsvoll zulässt also ihnen eine Bedeutung zumisst Und dann natürlich entsprechend wie Du es eben schön beschrieben hast über die Begriffe Versucht sich aus diesem Fliegenglas ein Stück weit zu befreien.

00:15:46: Das ist ja so ein bisschen der Weg, das was wir gerne anbahnen möchten.

00:15:51: Also...das was außerhalb meiner Wahrnehmung ist zu erkennen hilft mir da rauszukommen aus dem Fliegenglas wo ich immer gegen die Scheibe fliege und ich komme einfach nicht weiter.

00:16:03: Ja total!

00:16:05: Ich finde es manchmal schwierig, nicht schwer sondern ein bisschen schwierig Phänomene direkt zu erkennen, weil es ist ja nicht das einfache Gefühl dieses Wenn ich vor etwas stehe und sage hey warum ist das so?

00:16:18: Das is ja nicht immer direkt ein Phänomen.

00:16:21: Sondern wenn es etwas mit mir macht Und da habe Ich einen Ein eigenes phänomen dass hat Indirekt Mit Rettungsdienste zu tun sondern ein bisschen was mit meiner fachlichkeit.

00:16:35: in zwei tausend siebzehn Ist mein Vater gestorben an Krebs und Wir haben uns als Familie im Krankenhaus eingefunden, meine Mutter, mein Bruder und ich.

00:16:44: Und der Arzt sehr junger, total bemühter, guter Stationsarzt hat meine Mutter beraten.

00:16:52: wir waren halt dann dabei.

00:16:55: Es gab einen Moffinperfusor damit die Schmerzfreiheit und die Last von meinem Vater genommen ist und er ist darüber eingeschlafen und verstorben.

00:17:05: Und wir waren ohne Pflege oder Arzt in dem Zimmer Und meine Mutter hat mich dann irgendwann angeschaut.

00:17:11: Ich bin zu meinem Vater gegangen, habe die Atmen kontrolliert in Puls gemessen und hab dann gesagt ja Papa ist jetzt tot.

00:17:18: so

00:17:19: und da war für mich sofort eine gewisse Rationalität da und da ist nochmal das Phänomen Trauer wegen Sterbe und Tod.

00:17:28: gerade Mir ist es anderthalb Jahre später erst aufgefallen dass ich trauern sollte.

00:17:35: Ich war irgendwie in so einem ganz rationalen Fenster gefangen, in meiner Fachlichkeit den Anführungsstrichen und plötzlich kam auch wieder die zeitliche Dimension bei Trauer.

00:17:46: Das kam anderthalb Jahre später tatsächlich.

00:17:48: Dass ich gemerkt habe da ist jemand nicht mehr da und das geht ja auch tatsächlich stärker sogar noch in Richtung Phänomenologie nach Heidegger als Hussahl dass etwas weltveränderndes da ist ändert sich meine komplette Umwelt plötzlich und das ist ja auch zeitlicher Verlauf.

00:18:10: Wie war es gestern?

00:18:11: Wie ist es heute, wie wird's morgen sein?

00:18:14: Und da habe ich durch diese Wahrnehmung was macht das mit mir?

00:18:18: erst verstanden was Trauer für jemanden selbst überhaupt isst.

00:18:22: Das hatte ich bei meiner Großmutter zum Beispiel weniger aber meine Großmütter war über neunzig als sie gestorben ist und da war klar naja das Leben hat jetzt mal ein Ende.

00:18:31: Das war als Phänomen total beeindruckend.

00:18:34: Heute sehe ich das als total beeindruckend an, dass er es nach anderthalb Jahren einen Weg gefunden hat in meine Wahrnehmung und in meiner Gefühlswelt sagen würde aber in diese Gefühlswelt hinein.

00:18:50: Deswegen finde ich das Phänoment trauer hochbeeindruckend weil das so divers ist, dass wir es gar nicht greifen können.

00:18:57: und jeder von uns hat ja genau oder braucht genau für diesen Moment eine gewisse Begrifflichkeit, finde ich und eine Bedeutung um damit umgehen zu können.

00:19:08: Und nicht zu sagen Wenn man trauert muss man schwarz tragen wenn man traurig sein.

00:19:16: Da kommt das find ich total gut zum Tragen bieden aus Begriffen deine eigene Bedeitung formst innerhalb dieses Phänomens

00:19:27: ja und ausgehend von konkreten Erfahrungen, so wie du es gerade beschrieben hast.

00:19:31: Also ich glaube Husserl würde sagen was daraus resultiert aus dieser Erfahrung ist ein echtes Bewusstsein und zwar ein echt das Bewusstsein von dem was das Phänomen eigentlich ausmacht.

00:19:42: und das ist glaube ich das Spannende auch und das Interessante.

00:19:45: Das haben wir im Rettungsdienst glaube ich sehr häufig dass wir vielleicht auch aus unserer Logik heraus oder aus unserer Tradition heraus sich weiß nicht ob es Tradition ist oder was das überhaupt ist, aber dass wir sehr häufig Situationen eigentlich oder dass wir dem Verstehen von Situation aus dem Weg gehen weil wir es runterbrechen auf Diagnosen.

00:20:09: Also auf etwas was gut greifbar ist dann vielleicht auch terminologisch mit Begriffen gut greife bar ist und alles was wir nicht gut greifen können entsprechend wie gesagt so ein bisschen wegschieben von uns schieben zu lassen, dass es in unser Bewusstsein rückt.

00:20:25: Und das ist vielleicht auch oder ganz sicher auch der Grund warum wir über Phänomene sprechen.

00:20:29: Das ist ja jetzt erstmal wahrscheinlich auch für die Zuhörerinnen und Zuhöhrer da draußen ziemlich abstrakt.

00:20:35: Und möglicherweise müsste man jetzt mal wenn man das jetzt könnte so ins Feld fragen was vielleicht der Vorstellung von einem Rettungsdienstigen Phänomen ist, ich glaube da kommen dann ganz viele Situationen die aber eigentlich wie so ein Charakter eines Phänomens gar nicht so richtig entsprechen.

00:20:51: Also das wird wahrscheinlich ganz viel genannt was man irgendwie gut abgrenzen kann und du hast ja eben mit deinem Beispiel des Phänometrauer einen Phänomin benannt was eben überhaupt nicht gut abgrenzbar ist und eben überhaupt gar nicht klar sich darstellt.

00:21:09: Glaube aber dass wir Schwer, das hatten wir in Folge Null ja auch kurz mal angerissen.

00:21:15: Was sind eigentlich diese Begriffe im Rettungsdienst?

00:21:17: Was ist Rettungsthins überhaupt?

00:21:19: Dass es wir nur sehr schwer aus diesem Fliegenglas raus schaffen werden.

00:21:24: Ich bin gespannt was die neuen Notfallreformen mit uns machen, ob's da vielleicht man eine Bandbreite gibt um diese Begriff und das Fliegendlas mal zu öffnen dass man mal daraus kann aber ich glaube auf gewisse Art und Weise noch in diesem Fliegenglas gefangen werden.

00:21:43: Und in Deutung nach und nach erarbeiten müssen.

00:21:47: Ja, welche Rolle spielt für dich dabei die Phänomenologie oder dieser Ansatz?

00:21:52: Muss man mal so kurz zusammenzufassen zu sagen es gibt Dinge der Welt ich wahrnehme, die ich irgendwie für mich nicht gut einordnen kann vielleicht auch in so einem Kategoriensystem nicht einordeln kann mit denen ich aber konfrontiert bin also in der Realität.

00:22:06: Phänomene sind ja Darstellung, oder die Abbildung der Realität.

00:22:11: Sonst gehen ja viel weiter darüber hinaus.

00:22:15: Was bedeutet das?

00:22:16: Oder welchen Zugang hat man?

00:22:19: Trachtung von Phänomenen zu der Beantwortung von zum Beispiel so Fragen wie was bedeutet eigentlich der Rettungsdienst?

00:22:28: Wie definiere ich Notfälle und so weiter?

00:22:31: Wie kann uns die Phänomilogie dabei helfen ums aus diesem Fliegenglas ein Stück weit zu befreien?

00:22:37: Ich denke, dass wir Menschen die sich im Rettungsdienst bewegen dazu befähigen müssen.

00:22:46: Sobald sie etwas bei sich merken das zu hinterfragen nach dem erst mal nachdem warum Warum fühle ich das gerade?

00:22:54: Warum ist es gerade so für mich?

00:22:57: Warum zeigt sich das bei mir?

00:22:59: und diese Gefühle nicht wegzudrücken sondern versuchen diese Gefülle zu reflektieren.

00:23:04: Und daraus vielleicht für sich selbst eine Bedeutung zu bekommen und dadurch auch eine eigene Begrifflichkeit zu kommen.

00:23:13: Das könnte tatsächlich, glaube ich ein Zugang sein... Ich glaube das die meisten, die sich im Rettungsdienst bewegen gar nicht bewusst sind wie vielen Phänomen sie in einem Einsatzdienst ausgesetzt sind.

00:23:24: Und Phänomene ist ja nicht.

00:23:26: warum sind adipöse Patienten immer in der dritten Etage?

00:23:30: oder warum sind andere Einsätze, die schlimm sind?

00:23:34: Immer um drei Uhr morgens?

00:23:36: Das sind keine Phänomene.

00:23:38: Aber dass wir uns mal hinterfragen müssen, warum macht das etwas mit mir?

00:23:43: Auch warum werde ich bei manchen Sachen vielleicht sauer oder sogar aggressiv in Situationen?

00:23:49: Warum merke ich, dass mich manche Sachen so anträgern?

00:23:53: und wenn wir dafür mal eine Bedeutung finden... Und ich finde, wir sollten diese Bedeitung nicht auf dem Patienten abladen der gerade anruft.

00:24:04: Ich wollte, da sind wir schon wieder bei Bagatelle ansetzen als Beispiel oder dem Hilfesuchenden ja eher.

00:24:08: Da sind es ja sehr und dann Patienten eine Hilfe suchende sondern wir müssen aber uns anfangen für uns eine Bedeutung daraus zu ziehen.

00:24:16: Warum triggert mich das so an?

00:24:19: Ja genau

00:24:22: Das beschäftigen mit Phänomenen finde ich vor diesem Hintergrund extrem wichtig Und dass auch zu begreifen, dass es gerade ein Phänomene ist.

00:24:30: Würdest du sagen, Phänomene sind solche Situationen in erster Linie.

00:24:36: Du hast es ja gerade so gesagt, die etwas trickern?

00:24:39: In Meere, die was auslösen... Was braucht das denn eigentlich um dieses... Es löst etwas in mehr Aus.

00:24:46: Das trickert mich ja meistens eher in einer negativen Perspektive oder in so einer negativem Hinsicht.

00:24:52: Was braucht es dann, um die Aufmerksamkeit für solche Phänomene zu verbessern?

00:24:57: Also dass sich quasi das Phänomen für mich überhaupt greifbar machen kann und was Positives daraus ziehe.

00:25:03: Was braucht es dafür?

00:25:05: Schwer zu sagen, ich glaube in erster Linie einmal eine Selbstreflexionsfähigkeit um zu erkennen wenn so etwas passiert und ich glaube wir können uns oder wir sollten vermehrt auch ja mit offenen Augen durch diesen Dienst gehen habe ich gerade tatsächlich keine wirklich konkrete Antwort drauf, außer dass wir vielleicht an unserer Selbstreflektion oder mal mehr auf uns hören müssen.

00:25:36: So diesen inneren Kompass immer wieder versuchen zu verstehen und anzupassen.

00:25:43: Ich glaube das trifft es tatsächlich.

00:25:45: was brauchen wir?

00:25:47: Ein gewissen inneren Kompass... Ich weiß nicht ob Haltung zum Beruf einem manchmal im Weg steht weil man auch dadurch Dinge annimmt und nicht so sehr hinterfragt.

00:25:58: Erhaltung ist gut, finde ich aber sie muss auch reflektiert sein.

00:26:03: Und da vielleicht brauchen wir diesen inneren Kompass die Möglichkeit den noch stärker zu beachten oder beachten zu können.

00:26:13: Ja und verbrauchen wahrscheinlich dann auch ein Instrumentarium mit dem wir diese Beobachtung dieser Wahrnehmung sich bewusst machen auch zur Sprache bringen kann.

00:26:24: Also tatsächlich Begriffe, die natürlich deutlich mehr sind als nur Abbildungen der Welt.

00:26:30: Ich glaube das ist schon klar geworden.

00:26:32: Wir haben es im Rettungsdienst mit vielen Phänomenen zu tun für die es möglicherweise Begriff gibt aber die Begriffs bilden das Phänomene nicht komplett ab und das führt dann zu den Irritationen.

00:26:45: also nehmen wir mal das große Phänomial Notfall oder Notfalleinsatz.

00:26:50: Das ist ja ein sehr sehr komplexes Phänomen, sehr vielschichtig.

00:26:56: Wenn ich davon eine bestimmte begriffliche Vorstellung habe was das ist dann löst alles was davon abweicht natürlich in der konkreten Situation bei mir Retationen aus macht mich unsicher führt dazu dass sich das vielleicht auch ablehne.

00:27:09: was ich da gerade erlebe es irgendwie für mich nicht greifbar ist hat mit mir nichts zu tun.

00:27:15: es verengt so ein bisschen.

00:27:17: Die Begriffe verengen ganz häufig, glaube ich den Blick auf das was wirklich ist und was wirklich auch wichtig ist im Einsatz.

00:27:24: Und deswegen glaube ich es ist schon mal ganz zentral so vor diesem Hintergrund zu wissen Es gibt diese Phänomene Zu versuchen sie dann auch begrifflich zu bestimmen und ihnen den richtigen Namen zu geben.

00:27:38: Ich glaube auch dass wir nicht dahin gehen müssen die Wörter oder die Begriff zu ersetzen.

00:27:45: Das Wort Notfall wird nicht verschwinden.

00:27:48: Das ist nur in unserem Bereich ein gebräuchlicher Begriff, genau wie Rettungswagen, Rettungstienst und Notfallsanitäter.

00:27:56: Ich glaube wir müssen nur einfach lernen diese Begriffe entsprechend der Phänomene beweglicher zu machen.

00:28:03: Wir müssen

00:28:04: die Bedeutung so beweglich zu machen dass jeder von uns in seiner eigenen Bedeitung eines Begriffs Notfall durchaus die Chance hat, auch eine Ablehnung zu haben.

00:28:16: Aber auch die Chance bekommt seine Bedeutung anpassen zu dürfen indem er lernt dass diese Begriffe und diese Phänomene beweglicher sein können

00:28:25: Ja das sie begriffen bewegliche sein können, dass sie begriffe die Phänome mit abbilden Dass sie sich öffnen.

00:28:34: tatsächlich In der Sprachwissenschaft gibt es so eine semantische Bestimmung von Begriffen.

00:28:40: Also wenn man so schaut, was bedeutet eigentlich ein Wort?

00:28:43: Dann gibt's verschiedene Ebenen und zwei Ebenern eigentlich.

00:28:46: Es gibt den Begriffsinhalt und dem Begriff Umfang.

00:28:50: Wenn man jetzt zum Beispiel, nehmen wir doch nochmal den Begriff Notfall sich anschaut dann sagt man Ein Notfall umfasst eine ganze Bandbreite an Dingen oder mehr- oder weniger greifbaren Entitäten in der Welt also irgendwie Dinge, die da sind.

00:29:09: Das ist der Begriff Umfang.

00:29:11: Kann ich oft eine ganz bestimmte Anzahl von Situationen anwenden?

00:29:16: Es ist der Umfang und dann gibt es den Begriff Inhalt und der ist so bestimmt über ganz gut greifbare Merkmale eigentlich.

00:29:25: also damit ein Begriff die richtige Bedeutung hat muss er eine bestimmte Menge an Ereignissen umfassen können.

00:29:34: Dadurch wird aber nachher der Begriffsinhalt immer kleiner eigentlich.

00:29:39: Also ich glaube man kann das ganz gut sich vorstellen an so Alltagsbegriffen, wenn er zum Beispiel sagt Baum.

00:29:46: nehmen wir mal gerne so Begriffe aus der Botanik weil die so gut greifbar sind.

00:29:50: Wenn man das Wort Baum nimmt dann ist der Begriffsumfang riesig.

00:29:54: eigentlich also im Baum umfasst ja alle möglichen aumartigen Gewächse also ein Bonsai und einen Mamutbaum.

00:30:03: Alles was es dazwischen gibt, fällt in den oder dem Begriffsumfang.

00:30:07: Der Begriff Inhalt ist aber dadurch relativ klein.

00:30:10: also wie definiert man das denn?

00:30:12: Also was ist denn?

00:30:14: Bonsaibaum und Mammutbaum?

00:30:16: gemein aus Holz Blätter- oder Nadeln?

00:30:20: etwas lebendiges also viel mehr gibts da auch schon gar nicht mehr.

00:30:24: Und genauso könnte man jetzt rangehen und sich die ganzen begriffenen Rettungsdienst mal angucken und sagen Was umfasst dieser Begriff eigentlich?

00:30:33: Umfasst er alle Phänomene oder nicht, also ist der zu verengend.

00:30:38: Ich glaube das viele Begriffe im Rettungsdienst sind zu verängenssand.

00:30:41: Dass wir den Notfall zum Beispiel Zustarkmedizin ergreifen.

00:30:47: Dass wenn wir von Patientinnen und Patienten sprechen immer das Bild vom Krankheit am Kopf haben usw.

00:30:52: Und ich glaube dass das etwas ist.

00:30:54: Wenn man die Phänome die dann zum begriffes Umfang gehören, wenn man die mehr in den Blick nimmt Dann verändert sich der Begriff selbst auch.

00:31:05: Wir reden jetzt ja bei Notfall, bei Patient.

00:31:08: Patient hat eine klare Definition in der Medizin

00:31:11: aber ich

00:31:14: glaube wir reden von Begriffen die über dreißigvierzig Jahre gewachsen sind und den wir jetzt mit zunehmendem mit zunehmender Voranschreitung der Änderung im Rettungsdienst, wie gesagt die Notfallreform und Aufnahme SGP-V von was da alles auf uns zukommt.

00:31:35: Dass wir dann tatsächlich glaube ich in dem Gesetz darauf warten müssen ob da vielleicht auch mal Begriffe oder uns die Chance gegeben wird.

00:31:44: Ich warte da nicht auf Politik aber mir die Chance geben wird meinen Begriff ein bisschen als notfallsanitäter auszudehnen und mal den Begriff vielleicht auch breiter eine breitere Bedeutung zu geben.

00:31:58: Und dass wir uns nicht immer auf Begriffen in die Norm festlegen oder auf Begriffe in Gesetzen festlegen, sondern für uns eine Bedeitung, die Chance kriegen müssen, eine Beteiligung breiter aufzustellen.

00:32:14: Aber ich frage mich... Ja!

00:32:15: ...und die Frage, die ich mir da dahinter aber stelle ist wie wollen we das aushandeln?

00:32:20: Rettungsdienst ist ein hochdiverses Berufsfeld.

00:32:23: Es kein Berufsfelder, aber ein ein hohen diverses Feld.

00:32:27: Wie wollen wir uns da?

00:32:28: wie kommen in die Aushandlung?

00:32:31: Das dein Begriff von Notfall.

00:32:33: wenn wir uns irgendwo treffen oder gemeinsam Bei einem bei einem hilfgesuchenden wären bekommen diese aushandlungen Die rinde zwischen patient und mir sowieso.

00:32:43: statt seinen bedürfnis seine erwartung an mich erfülle ich Aber die aushandelungen mit Allem allen Elementen, allen Subjekten die sich so im Rettungsdienst umeinscharen.

00:32:57: Wie kriege ich das denn?

00:32:58: Das wird ein sehr spannender Prozess werden!

00:33:01: Das hat mit Ausbildung viel zu

00:33:02: tun.

00:33:03: Das hat auch damit zu tun Mit welchem Anspruch wir dass in der Praxis umsetzen wollen.

00:33:10: wie wollen wir die Bedeutung von Begriffen so beweglich machen Dass wir erstens trotzdem noch vom gleichen reden aber auch in der Aushandlung untereinander verstehen, dass jeder von uns die Bedeutung an das ja deutet.

00:33:25: Aber da würde ich jetzt mal die Frage stellen ist das nicht eigentlich total einfach Christian?

00:33:29: Also wenn wir doch sehen, dass wir es in der Welt da draußen am Rettungsdienst mit ganz vielen Phänomenen zu tun haben, die ja unabweisbar sind und die wir auch alle erleben, wir deuten sie vielleicht unterschiedlich.

00:33:44: also manche Kolleginnen, mancher Kollege interpretiert Irgendein Phänomene eben als eine Bagatelle schiebt das von sich, weiß es von sich.

00:33:53: Jemand anders nimmt das an als eine Herausforderung.

00:33:56: Das sind ja alles Phänome aus der echten Welt!

00:34:00: Da müssen wir uns dann nicht wirklich drauf einigen – die sind ja da!

00:34:03: Ich glaube, der Weg ist oder der Schlüssel kann sein… Die Phänomie dadurch greifbar zu machen?

00:34:10: Dass wir über sie

00:34:11: sprechen?!

00:34:12: Inwieweit Sie denn in welchem Begriff

00:34:14: einmünden!?

00:34:15: Das spielt vielleicht noch mal eine andere Rolle, steht auf dem anderen Blatt.

00:34:19: Aber das ist doch sicherlich erst einmal ein guter Zugang dazu.

00:34:24: Wenn ich jetzt zum Beispiel akzeptiere dass das Phänomen Trauer über das wir eben gesprochen haben sicherlich irgendwo in den Begriff Notfall zu integrieren ist dann brauche ich darüber ja nicht aushandeln sondern dann ergibt sich das ja unmittelbar evident aus der Rettungsdienstlichen Realität heraus.

00:34:42: also ich glaube dass das vielleicht ne Lösung sein könnte als Vorschlag zu sagen, wir müssen einfach viel mehr über die Phänomene sprechen.

00:34:50: Dann ergibt sich eine Begriffsumdeutung vielleicht ganz automatisch.

00:34:55: Vielleicht bin ich auch zu naiv?

00:34:56: Weißt du es nicht?

00:34:57: Was denkst Du?

00:34:59: Ich glaube das hat mit Naivität nichts zu tun.

00:35:01: Ich glaube dass wir das auch vielleicht aus einer gewissen wissenschaftlichen Brille so betrachten Dass wir eher mit Phänomen konfrontiert sind und eher versuchen eine Bedeutung in etwas zu finden.

00:35:15: Ich finde den Aspekt mit dem Fliegenglas daraus sehr spannend.

00:35:18: In meiner eigenen Beruflichkeit bin ich wahrscheinlich auch in diesem Fliegenglas gefangen gewesen, muss aber sagen dass sich durch Studium und durch Beschäftigung mit wissenschaftlichen Themen schon hier und da mal einen Weg aus diesem Glas gefunden haben.

00:35:34: Ähnlich ist es wenn er ab Artons Höhlengleichen ist.

00:35:36: Aber ich finde das sollten wir bei Realität drüber sprechen.

00:35:40: als Beispiel dass ich in diesem Fliegenglas stecke und weiß nicht, ob wir nicht so groß sind und divers sind.

00:35:50: Dass wir immer die Möglichkeit haben Phänomene zu sehen und sie versuchen außerhalb des Fliegendlases zu deuten.

00:36:00: Ich glaube wir werden oft in diesen Fliegenglasstecken bleiben dabei.

00:36:04: Ja also es ist zumindest nicht ganz leicht daraus zu kommen da gebe ich dir vorkommen recht Glaube aber trotzdem, dass das was außerhalb des Fliegenglasses ist.

00:36:13: Also was hinter dieser Glasscheibe ist gegen die man immer so fliegt und die Glasscheib ist ja in diesem Wittgensteinschen Bild... Das sind ja die Sprache, die uns daran hindert eigentlich, hinter dieses Glas zu kommen, also daraus zu kommen.

00:36:29: Dass ja trotzdem das was hinter dem Glas ist, also die echte Welt, die Realität, die Phänomene uns dabei helfen können.

00:36:36: Also vielleicht kann man es so sagen Vielleicht kommen wir nicht unbedingt direkt durch das Glas, aber vielleicht haben wir eine Möglichkeit über eine vernünftige Betrachtung die Scheibe zu putzen.

00:36:51: Also ein bisschen besser rauszugucken.

00:36:54: Die Scheibe ist immer noch da, aber wir verstehen das was da draußen ist vielleicht besser.

00:36:59: Ja.

00:36:59: Die Frage ist ja in aus welcher Perspektive wir das machen?

00:37:06: Ob wir die Scheiben putzen im Rahmen einer gewissen wissenschaftlichen Betrachtung des Rettungsdienstes.

00:37:13: Also vielleicht sollte eine Rettungswissenschaft auch diese Scheibe putzen oder helfen, diese Scheiben zu putzen indem sie mit verschiedenen Tools unterstützt.

00:37:24: aber wenn wir uns jetzt wie gesagt gerade die gesetzliche Entwicklung angucken und wie Politik über Notfallversorgungen Rettumsdienst spricht Da kommt es natürlich an verschiedenen Eckpunkten dazu, dass man auch von Hilfesuchenden spricht.

00:37:44: Aber...

00:37:45: Es

00:37:46: fällt doch wieder ganz, ganz viel, auch wenn wir einen APRV, Notsan-APRV lesen, es fällt ganz viel immer wieder zurück in eine rettungsdienstlichen Sleng und es fällt sehr viel zurück in diese Rettungsdienstlichkeit die wir ja versuchen, durch entweder Putzen der Scheibe oder durch das Verlassen dieses Fliegenglasses zu erweitern.

00:38:12: Vielleicht brauchen wir auch einfach nur noch zehn, fünfzehn Jahre.

00:38:15: Das ist für so ein Prozess kein Zeitraum, wenn das viel klingt.

00:38:20: aber wenn ich überlege was sich in den letzten zehn Jahren auch mit Nudeln entsprechend entwickelt hat sind wir auf einem sehr guten Weg dahin das Ganze nicht immer nur über Kompetenz zu regeln sondern auch mal zu sagen, okay jetzt müssen wir aber auch langsam an Begriffe.

00:38:37: Danke für die Kompetenz.

00:38:39: das ist gut dass wir sie haben.

00:38:40: Aber jetzt müssen wie auch mal als Rettungsdienst anfangen, Rettungstienst zu definieren und uns nicht die Begriefe oder das Fliegenglas immer von außen aufstülpen zu lassen.

00:38:51: Ja ich meine das fliegenglas ist ja eine Falle in diesem Bild.

00:38:55: Das fliegenglass ist ja so.

00:38:57: es kennt ja heute wahrscheinlich überhaupt kein Mensch mehr.

00:38:59: Ich habe auch noch nie ein fliegen glas in echt gesehen.

00:39:01: du Christian

00:39:02: Für meine Großmutter kenne ich noch eins, ja.

00:39:04: Echt?

00:39:05: Ja aber war klein also... Ich guck mal ob mich in die Show-Nutz ein Bild packe.

00:39:11: Ja genau dann kann man das vielleicht sogar noch ein bisschen besser vorstellen.

00:39:14: Das Fliegenglas ist ja tatsächlich eine fliegen Falle indem man da irgendeine Flüssigkeit reinfüllt wo die fliegen drauf reagieren und dann fliegen sie von unten so in das Glas und kommen nicht mehr raus.

00:39:23: Abflässig

00:39:24: zum Beispiel.

00:39:25: Ja okay und also guter Haushaltstip vielleicht auch noch

00:39:30: Dienstleister

00:39:31: Genau.

00:39:32: und jetzt ist es ja in diesem Bild vorweggenommen, dass wir irgendwie uns selbst vielleicht oder anderen wem auch immer der die Deutungsvorheit über die Begriffe hat in den Falle getappt sind.

00:39:42: Also wir stecken irgendwie da drin, wir gucken nach außen Wir sehen immer mehr die Phänomene, wir erkennen die weil sie auf uns einwirken.

00:39:50: Und jetzt brauchen wir die Fähigkeit, vielleicht die Selbstbefähigung führt das was wir da wahrnehmen und erleben andere begriffe zu finden der Weg raus eigentlich.

00:40:02: Die Fliege ist so blöd, die kommt nicht unten durch das Loch wieder raus wo sie reingekommen ist und wir irgendwie auch nicht.

00:40:08: also wir kommen nur darüber raus aus diesem Fliegenglas in dem wir uns über die Phänomene unterhalten und indem wir der Realität im Rettungsdienst passende richtige Begriffe geben oder die da sind halt zumindest mal kritisch zur Diskussion stehen.

00:40:25: vielleicht ist das ja auch der erste Schritt Einfach mal auf die Begriffe schauen, die daran sind und die ganz kritisch in den Blick nehmen.

00:40:33: Und die Deutungshoheit über die Begriffen nicht der Politik überlassen, nicht aus dem historischen Bewusstsein der Medizin allein überlassen sondern eben über die Phänomene greifbar machen.

00:40:44: Was mich interessiert Christian?

00:40:46: Wie machst du das in der Bildung?

00:40:49: Du bist ja einer der maßgeblich auch verantwortlich ist dafür dass junge Kolleginnen und Kollegen vielleicht gar nicht erst in das Fliegenblass reintappen oder doch zumindest eine relativ saubere Scheibe haben, um raus zu gucken.

00:41:02: Wie machst du das?

00:41:03: Also wie gehst du mit den Begriffen um und welche Rolle spielen die Phänomen dabei?

00:41:11: Ich versuche bildungstechnisch Begriffe sehr breit oder sehr offen zu halten.

00:41:19: Oder ich komme immer wieder mal dazu dass ich mit Schülerinnen und Schülern ins diskutieren komme.

00:41:28: Ich habe einmal zum Beispiel in einem Open World Café, haben wir verschiedene Begriffe diskutiert an verschiedenen Stationen und haben die Begroffe dazu geschrieben was einem dazu einfällt.

00:41:43: Und haben diese Bilder.

00:41:46: also wer das Open World Cafe kennt war es verschiedene Tische.

00:41:51: auf jedem Tisch liegt ein Plakat und Stifte da stehen begriffe und diese Begriff werden immer weiter ergänzt mit eigenen Gedanken, eigener Meinung dazu.

00:42:00: Und am Ende dieses Tages kamen wir halt darauf, dass man gar nicht so sehr wie man glaubt ein Begriff festlegen kann weil auch die Deutung sehr divers und hoch ist.

00:42:16: bei manch einer kommt heraus und sagt ja es ist doch ein Patient?

00:42:20: Ist das aber wirklich?

00:42:21: Das sind die Fragestellungen dahinter.

00:42:23: nur ich versuche Begriffe gerade die Plakativbegriffe sehr offen zu halten.

00:42:29: Ob jetzt in der praktischen Anleitung auf dem Auto oder auch im Unterricht, indem man einfach mal hinterfragt.

00:42:41: Wenn es ein Phänomen gibt und jetzt in Bildung und Ausbildung passieren mir immer wieder Phänomene in Unterrichtssituationen wo ich auf meine Wahrnehmung höre.

00:42:51: ganz viel wird von mir in Routine durchdacht und ziehe der Schlüsse draus.

00:42:58: Ich entdecke aber immer wieder in Äußerungen oder in Schilderungen von Schülerinnen und Schülern, entdeck ich immer wieder auch ein gewisses Potenzial – ob es jetzt wirklich Phänomene sind, aber ein Potential das Begriffe in irgendeiner Art und Weise auch von denen hinterfragt würden und besetzt werden.

00:43:22: Diese Besetzung des Begriffes versuche ich dann aufzulösen, nicht weil ich will dass sie meine Begrifflichkeit übernehmen sondern das die im Rahmen einer Identitätsfindung für sich Bedeutung finden für etwas.

00:43:37: Das ist ja auch in der Handlung.

00:43:40: Sie sollen für sich eine Bedeitung in der handlung finden.

00:43:43: Ich will ja nicht dass ihr eine Handlung vollziehen weil es in einem Buch steht sondern sie müssten für sich die Bedeutung finden.

00:43:51: Das hat ja ganz viel mit Identität, Identitätsfindung zu tun und das ist so eine meine Säulen wenn ich mit Schülerinnen und Schülern arbeite dass ich immer wieder abprüfen möchte wie groß ist die Identität?

00:44:06: Und das mache ich fest an wie Sie für sich Begriffe auslegen.

00:44:14: Die Schüler, die ich aktiv betreue sind jetzt im Mittelkurs und da spielt für mich eine große Rolle.

00:44:20: Wie siehst du dich?

00:44:21: Wo siehst Du Dich?

00:44:23: Siehst Du die schon als angehende Notfasernitäterin oder notfasarnitäter?

00:44:28: wie baust Du gerade an Deiner Rolle?

00:44:32: was glaubst Du?

00:44:33: Wie kannst Du weiter Identität erlangen?

00:44:36: so das sind so.

00:44:37: Das sind zu fragen dich.

00:44:39: Ich geh jetzt Frage weil daran man auch immer ein bisschen ablesen kann was für eine Bedeutung die Schülerinnen und Schüler ihrem Berufsfeld aber auch, also Notfallseintäter.

00:44:51: Aber auch den Begriffen geben.

00:44:53: Deswegen der... Das hatten wir auch in der letzten Folge schon.

00:44:57: Wir fahren draußen nur Mist habe ich diese Woche wieder diskutiert.

00:45:01: das war aber nicht im Rahmen der notfallseinteiter Ausbildung es war einem anderen Format.

00:45:06: Wir fahren da draußen doch ganz viel Mist.

00:45:08: wo ich dann ganz klar gesagt hab Definiere doch mal Mist

00:45:14: So.

00:45:15: Oder ein Phänomen eines Kollegen, das hat wirklich einen Phänomene, weil es hat bei mir was ausgelöst.

00:45:21: Ich habe meinen Berufsfeld jetzt gewechselt Weil ich einfach nicht mehr mit Menschen kann.

00:45:27: Das hat mit mir etwas gemacht Und ich war sofort so an einem Punkt wo ich dachte okay wie willst du das jetzt auflösen?

00:45:36: Ich hab's in diesem Kursrahmen nicht auflöschen können und ich glaube dass wäre auch eine totlaufende Diskussion geworden.

00:45:43: Aber das sind ja auch Phänomene, Menschen die in irgendeiner Art und Weise ein Coolort haben ausgebrannt sind.

00:45:49: Und dass bei Schülern versuche ich das sofort so hinterfragen und durch eine Reflexion auch deren Reflektionsfähigkeit zu fördern, durch eine reflektion Die versuchen zurück oder denen quasi die Scheibe des Fliegendlases soweit zu putzen Dass sie dann mal wieder raus gucken können

00:46:10: Ja, ich glaube das ist ein guter Ansatz.

00:46:12: Du hast es eben mehrfach gesagt.

00:46:13: Ich glaube zentral ist die Dinge in der Welt Die

00:46:17: in der rettungsdienstlichen

00:46:18: welt in dem Fall Permanenz zu hinterfragen sie sich dadurch irgendwie sichtbar und greifbar zu machen und ihnen dann im besten fall Begriffe zu geben

00:46:28: oder

00:46:28: Sie begriffen Dann auch zu übersetzen.

00:46:32: also ich glaube wenn man jetzt heidegger hat dass am ersten so formuliert hätte wahrscheinlich gesagt gute notfallsanitäterinnen behandeln nicht Diagnosen, sondern sie verstehen Situationen.

00:46:44: Also Sie gucken quasi durch die Scheibe durch, verstehen was hinter der Scheibe ist und versuchen über Begriffe ihr Denken so zu verändern dass sich in ihnen selbst die innere Welt verändert und sie eine Haltung Zu den Situationen zu den Phänomen entwickeln.

00:47:02: Das hatte ich ja eingangs auch gesagt.

00:47:03: Ich glaube das ganz häufig genau das eben passiert dass die äußere welt mit der inneren welt Vorstellungswelt, Erlebenswelt nicht zusammenpasst und dass das ein großes Problem ist.

00:47:15: Also hinter Fragen sichtbar machen auf eine bestimmte Art und Weise dann die innere Welt an die äußeren Welt anpassend.

00:47:23: Ich glaube, wenn man ganz häufig auch über Begriffe diskutiert momentan im Rettungsdienst Ganz häufig der Fehler gemacht wird hat es tatsächlich für einen Denkfehler zu fordern.

00:47:35: Man muss die äussere Welt der inneren Welt angleichen also Im Prinzip die Phänomene, die ich nicht gut greifen kann einfach mal wegzuwischen und zu sagen das ist wie wir müssen in Rettungsdiensten schärfen.

00:47:48: Und vieles ist irgendwie nicht Rettungstienst und damit wollen wir nichts zu tun haben.

00:47:53: Das wäre ja so... Ich veränder die äußere Welt.

00:47:55: Es dürfen die Fehlfahrten nicht mehr passieren.

00:47:57: Das war die Woche was ich gelesen habe.

00:47:59: es sollen weniger Fehlpfaden vorkommen wobei auch da Begrifflichkeit?

00:48:04: Was ist eigentlich eine Fehlpfad?

00:48:06: Vor allem vor dem Hintergrund wenn wir wissen Der, der anruft macht den Notfall.

00:48:13: Der hat eine fehlende Selbstkompetenz und braucht Hilfe dabei.

00:48:18: Modell, Pflegemodell nach Orem.

00:48:21: Wenn die Selbstpflege Kompetenz ausbleibt greift dann irgendwann Pflege Und das Modell lässt sich auch super an uns anwenden.

00:48:30: Jemand, der auf in irgendeiner Art und Weise Das ist ja auch dann Phänomen warum Leute anrufen und wie das definiert wird auf verschiedene Art und Weise.

00:48:40: Aber es macht ja auch was mit uns, aber da ist jemand der keine selbst... Wenn wir's jetzt mal umswitschen wollen, keine selbster Rettungskompetenz aus einer Situation hat?

00:48:51: Also er kann sich nicht selbst befreien aus einem Zustand dann braucht er halt jemanden dafür.

00:48:58: Und vor dem Grund finde ich immer Ja wenn wir eine Lehrfahrt haben weil jemand flüchtig ist vor Ort oder jemand versucht den In der Rettung ist ihn zu missbrauchen, aber davon reden wir ja nicht.

00:49:09: Aber auch die Fahrten, die Einsätze in denen wir Sozialleistungen erbringen und es gibt leider nicht genug Sozialpädagogen, Sozialtherapeuten, die in irgendeiner Art und Weise dieses Netz stärken können dann ist das doch keine Fehlfahrt.

00:49:27: Da muss ich doch ganz deutlich die Frage stellen hat sich jemand mit der Realität Also auch der Weltlichkeit des Rettungsdienstes.

00:49:37: Was macht das eigentlich mit der Umwelt beschäftigt?

00:49:40: Dazu kann ich mir vorstellen, dass wir tatsächlich mal eine sehr gute Folge zum Thema was ist eigentlich Realität?

00:49:47: machen können.

00:49:48: Ich glaube, dass da genug zu diskutieren haben gerade so aus diesem Punkt.

00:49:52: Was ist denn wahrgenommener Realität

00:49:56: und

00:49:57: welche Phänomene entstehen daraus?

00:49:59: Genau.

00:50:00: Ich glaube, dass das vielleicht der erste Schritt heute sein konnte mal so ein Stück weit schlaglichter zu werfen auf die Frage was ist überhaupt ein Phänomen und wie bald spielt es im Rettungsdienst eine Rolle?

00:50:11: Aber in der Konsequenz, in der Übersetzung heißt es genau das was du gerade gesagt hast wir müssten nicht versuchen die Realität zu verändern.

00:50:21: Wir müssen die Phänomene in der Realität in der Welt wahrnehmen und sie integrieren in unserer eigene innere Welt unsere Vorstellungen davon unsere vielleicht auch berufliche Identität eigentlich ist.

00:50:36: Da machen wir glaube ich im Rettungsdienst, wobei man es so kaum sagen kann aber auch politisch werden da Fehler gemacht indem man eben versucht und fordert ja verändert doch einfach mal die äußere Welt schafft doch mal andere Rahmenbedingungen.

00:50:49: Ich glaub das das alleine gar nicht hilft.

00:50:52: Das brauchen wir nicht.

00:50:55: In dem Rahmen, in dem die Phänomene nun mal stattfinden sie als solche Begreifen und sie für uns übersetzen und greifbar machen.

00:51:01: Ich glaube das ist das wenn wir auf der Suche nach dem Ausweg aus diesem Fliegenglas sind ein Ausweg sein könnte.

00:51:10: Wenn da hast du ja... ich nehme gerade so'n bisschen eine.

00:51:15: also was heißt ein bisschen?

00:51:16: Ich glaube es ist mehr so offensichtlich.

00:51:18: fast grad um uns rum passiert gesellschaftlich politisch Das ist ja auch ein Einfußfaktor.

00:51:24: Die Gesellschaft verändert sich um uns herum total.

00:51:27: Und wir können natürlich ganz versuchen, wie wir passen uns dem an.

00:51:33: aber auch daher die Frage Wie weit können und wollen wir uns anpassen?

00:51:39: An gesellschaftliche Entwicklungen?

00:51:41: und da ist ja deutlich Rückkehr von verschiedenen ismen Rassismus Sexismus das kommt ja stark wieder politische Lage, in der es glaube ich gar nicht gut abgeholt werden kann.

00:51:56: Weil da Phänomene nicht betrachtet wären und das schlägt sich ja auch dann auf unsere Phänome nieder wenn wir sagen wir wollen daraus was ziehen und was was Gutes daraus machen die Scheibe vom Fliegenglas putzen.

00:52:13: aber wenn sie von außen immer wieder beschlagen wird müssen wir auch da Mechanismen finden ohne jetzt so das Tobi zu werden.

00:52:22: Ja, es hat verschiedene Dimensionen.

00:52:24: Ich glaube wir sind ja hier mit unserem Podcast ein Stück weit angetreten die philosophischen den philosophischem Blick auf alles zu lenken.

00:52:32: aber man merkt glaub ich schon in unserem Gespräch in unserer Diskussion dass das natürlich viele Facetten hat politische organisatorische vielleicht auch bildungspolitische Dimension wie wir jetzt hier nur kurz anreißen können.

00:52:48: Ich hoffe wir sind heute nicht so abstrakt geworden.

00:52:51: Möglicherweise sind wir das, es lässt sich wahrscheinlich aber auch gar nicht so richtig vermeiden.

00:52:57: Ja tatsächlich!

00:52:59: Ich finde das auch gar nichts schlimm weil wir haben ja sind hier angetreten um Fragen zu stellen und nicht die Antworten zu liefern uns und Denken anzuregen.

00:53:08: Deswegen find ich der gewisse Abstraktion gar nicht verkehrt.

00:53:13: Ja finde ich auch ganz ganz in Ordnung.

00:53:16: Wir werden sehen wie unsere Zuhörerinnen und Zuhäder darauf reagieren Ob die das auch so sehen wie wir, aber ich glaube was wir festhalten können.

00:53:24: vielleicht jetzt zum Schluss auch.

00:53:26: Die Phänomene die da sind verschwinden nicht dadurch dass wir sie nicht sehen wollen.

00:53:32: also wenn wir die Augen verschließen vor den Phänomenen ist nichts gelöst sondern vielleicht ist das Bild vom Scheiberputzen in diesem Fliegenglassen ganz gutes.

00:53:41: Wir stecken damit drin unsere ganze Begrifflichkeit.

00:53:46: im Rettungsdienst erschwert es uns vielleicht einen klaren Blick zu haben auf die Welt da draußen.

00:53:51: Und wir sollten vielleicht das mehr machen, wir sollten mehr versuchen diese Scheibe zu putzen klarer rauszugucken und dann eben Diskurs im Miteinander über diese Phänomene zu sprechen und sie als Teil unserer unserer Welt wahrzunehmen.

00:54:06: unsere Identität unseres Professionsverständnis ist vielleicht auch zu begreifen.

00:54:11: Ich glaube dass wir dadurch wenn wir dadurch ein anderen Blick bekommen vielleicht auch uns wohler fühlen, noch wohler führen in so Rolle als Retterinnen und Retter.

00:54:22: Und Situationen oder Begriffe versuchen zu verstehen aus welchen Situationen, welchen Kontext sie kommen und in diesem Kontext die Bedeutung breiter zu machen?

00:54:34: Ich glaube das ist auch irgendwann für.

00:54:36: wir werden uns erstens wohler fühlen und dann können wir auch sogar noch viel breiter definieren.

00:54:44: Alle die meinen oder alle, die an Rettungsdienst mitarbeiten von außen Es einem einem greifbar machen können glaube ich dass das zu der Zufriedenheit vor allen Dingen auch zu der zu der eigen gelebten Sinnhaftigkeit irgendwann beitragen.

00:54:57: Klassisch merke mein Begriffsapparat erweitert sich und ich kann plötzlich über Sachen diskutieren oder vielleicht sogar Meinungen Situation Die auf mich einprasseln begleiten oder sogar wiederlegen wird auch was mit uns machen im Sinne von Professionalisierung des ganzen Berufes.

00:55:18: Dass wir den Begriffsapparat, den wir jetzt haben nicht verlassen aber sinnhaft erweitern und dann versuchen

00:55:26: auch diesen aus

00:55:26: diesem Glasstellenweise raus.

00:55:30: Die Begriffe sinnhaft erweitern uns damit selbstwirksam ja auch als selbstwirksam zu erleben in Situationen in denen vielleicht wahrnehmen, aber sie noch nicht so richtig greifen können.

00:55:43: Also handlungsfähig und Handlungskompetenz zu sein das ist ja so.

00:55:48: das Haumziele eigentlich.

00:55:50: Du hattest eben gesagt oder ein bisschen die Befürchtung geäußert wir sind heute vielleicht ein bisschen abstrakt gewesen und geworden.

00:55:57: Ja das kann sein vielleicht als Ausblick oder was könnte man denn?

00:56:02: Das könnte man den Menschen da draußen für einen Tipp geben.

00:56:05: überlegt gerade mal Wir sind ja nicht angetreten im Ratschläge zu erteilen.

00:56:10: Aber,

00:56:11: naja vielleicht sowas wie achtet mal in euren Einsätzen auf Situationen die euch irritieren.

00:56:20: Achtet mal auf Situation für die ihr vielleicht in der Situation keinen passenden Begriff habt und denkt darüber mal nach was das für Situation sind.

00:56:30: macht euch die Phänomene mal ein Stück weit bewusst.

00:56:33: Vielleicht sowas in diese Richtung

00:56:36: öffne deine Augen und folge deinem Bauchgefühl.

00:56:39: Ich finde, dass Bauchgefühl ja als allererstes die Irritation aufnimmt.

00:56:43: Irgendwas macht das gerade mit mir und ich finde, ob es das jetzt wirklich gibt oder nicht ist eine Psychologie auch nicht wirklich einig.

00:56:54: aber ich denke, dass bauchgefühle also zumindest dieses Gefühl was man bekommt was so definiert wird Dass man darauf mal hören sollte in sich hören sollte und vielleicht sich damit beschäftigt warum das war

00:57:10: Öffne deine Augen.

00:57:12: Ja, öffnet deine Augen und die Welt ist für das was sie für uns bedeutet.

00:57:17: also gibt den Dingen die du wahrnimmst Bedeutung vielleicht zu den Sachen selbst.

00:57:23: Also

00:57:23: und genieße jede Erfahrung die

00:57:25: man geniesse jeder Erfahrung.

00:57:28: Denn

00:57:29: ja

00:57:30: denn denn du kannst eigentlich nur aus der Erfahrung lernen

00:57:35: Ja auch wenn es mitunter Schwere Erfahrungen sind und bitterer Erfahrungen, aber ich ja Du kannst daraus lernen.

00:57:46: Und wenn sie gut reflektiert sind hast du vielleicht sogar einen neuen Begriff eine neue Bedeutung für etwas bekommen.

00:57:53: Sarshaar

00:57:54: Abschließt

00:57:55: was ist denn?

00:57:56: Eine Frage die wir stellen können?

00:57:59: Wir sind ja wir versuchen ja so gratisch zu denken.

00:58:02: Was ist was?

00:58:03: kann eine abschließende frage sein?

00:58:04: was ist deine abschliessend frage für das Thema Phänomene.

00:58:09: Eine abschließende Frage würde glaube ich die Frage stellen, wie zeigt sich etwas für mich bevor ich es erkläre irgendwie bewährte oder diagnostiziere?

00:58:22: Wie zeigt sich die Welt wäre eine Frage die ich im Anschluss an diese Sendung glaube ich stellen würde?

00:58:27: Die zeigt sich der Welt ja ausführlich gut!

00:58:29: Meine freie Frage wäre gewesen hilft uns unsere Sprache wirklich Situationen zu verstehen?

00:58:36: Und da unsere Sprache gemeint mit unserer Fachlichkeit.

00:58:40: Nicht was ich so als Allgemeinsprachschatz habe, sondern hilft das, was wir als Sprachapparat fachlich haben, beruflich haben wie man es nennen möchte.

00:58:50: Situationen wirklich zu verstehen.

00:58:52: Christian, ich danke dir!

00:58:53: Ich danke dir ja.

00:58:54: Unser Abschlussbierchen bleibt heute aus?

00:58:56: Das bleibt heute auch aus aber... Es wird nicht vergessen und wir holen das nach

00:59:01: auf jeden Fall.

00:59:02: Ja,

00:59:03: ich wünsche Ihnen eine gute Zeit Und bis bald wünsche ich dir auch.

00:59:06: Bis bald, ciao Christian!

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